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In Deutschland vergessen, aber in Australien ein Held

Ludwig Leichhardt

In Deutschland kennt ihn fast niemand mehr. Ludwig Leichhardt, der deutsche Australienforscher, der nur 35 Jahre alt wurde.

In Australien dagegen ist er unvergessen. Er gilt als „Humboldt Australiens“. Tiere Pflanzen und geographische Objekte tragen seinen Namen. So gibt es beispielsweise einen Stadtteil in Sydney, der „Leichhardt“ heißt, es gibt einen „Leichhardt River“, den Mount Leichhardt, die Gebirgskette Leichhardt Range, ein Leichhardts Hasenkänguru.

Leichhardt wurde 1813 in Sabrodt, in Ostdeutschland geboren. Nach dem Abitur in Cottbus studierte er zuerst Philologie, Geografie von Europa, Anthropologie und Sternkunde in Berlin, anschließend Naturwissenschaften in Göttingen. Einen Abschluss machte er nie – vielleicht hatte ihn schon damals die Abenteuerlust gepackt.

Im Harz während einer Exkursion unter der Leitung eines Göttinger Geologiedozenten schnupperte er Abenteuerluft, er wollte in der Natur arbeiten, neue Gebiete, Tiere und Pflanzen entdecken. Auf einmal konnte ihm alles nicht schnell genug gehen, 1837 brach er sein Studium ohne Abschluss ab und begab sich auf Forschungsreisen nach Frankreich, Italien und durch die Alpen. Er studierte die Pflanzen- und Tierwelt.

1841 wanderte er nach Australien aus. Dieser Kontinent war damals noch relativ unerforscht. Leichhardt hielt sich zwischen 1842 und 1844 meistens in dem bereits spärlich besiedelten Gebiet zwischen Sydney und Brisbane auf und sammelte geologische, botanische und zoologische Informationen und Belege.

Am 1. Oktober 1844 begann Leichhardt, von Jimbour (bei Brisbane in Queensland) aus seine erste Expedition. Ihn begleiteten einige Australier und einige Aborigines. Sie marschierten durch unberührte Natur, Wüste, Dschungel und Dickicht. Er und seine Truppe litten Hunger und Durst – sie sahen paradiesische Gegenden, Flüsse, Regenwälder. Sie drangen ein in Geheimnisse, die die Zivilisation bis dahin noch nicht entdeckt hatte. Sie begegneten Kängurus, Wobats, Dingos und Koalas – sie atmeten reine Luft, ertrugen aber auch Hitze und mussten mit dem Nötigsten auskommen.

14 Monaten dauerte diese Exkursion. Sie verlief über 4.800 Kilometer nach Port Essington an der nördlichsten Spitze Australiens. Leichhardt traf am am 17. Dezember 1945 mit sechs Begleitern dort ein.

Es ist nicht bekannt, ob alle Teilnehmer dieser ersten Entdeckungstour durch Australien gesund zurückkamen. Auf jeden Fall sorgte Leichhardt durch seine Reise in Australien für eine Sensation und wurde euphorisch gefeiert.

Aber Leichhardt ruhte sich nicht aus. Ihn lockte die Angst vor dem Unbekannten. Er wollte den Kampf gegen Gefahren – Insekten, wilde Tiere und Aborigine-Stämme – aufnehmen. Alles im Dienste der Wissenschaft. Der Wissenschaft, der gegenüber er sich verpflichtet fühlte, neue Tier- und Pflanzenarten zu entdecken. Und so plante er eine neue Reise.

Leichhardts zweite Expedition, eine geplante Durchquerung des Kontinents von Ost nach West, begann im Dezember 1846 und endete nach fünf Monaten mit einem Misserfolg. Deswegen musste er seine Reise abbrechen. Am 5. April 1848 brach er von der Viehstation McPherson erneut auf, um dieses Ziel zu erreichen. Seitdem fehlt von ihm und seiner Gruppe jede Spur. Am 4. April 1848 hörte man zuletzt etwas von ihm und von seiner Truppe. Seitdem gilt er als verschollen.

Natürlich machten sich Suchtrupps auf, um Leichhardt und seine Leute zu finden. Sie durchkämmten Wälder, kletterten über Felsen, sie pilgerten durch Wüsten und durch Dickicht. Jedoch fanden sie keine Spur der Vermissten und auch nie deren Leichen.

Bis heute ist ungeklärt, was mit Leichhardt und seinen Begleitern passierte. Verhungerten und verdursteten sie in der Wüste, und wurden ihre Leichen vom Sand begraben? Trafen sie auf Aborigine-Stämme, die sie töteten? Verschwanden sie in Höhlen, die bisher unentdeckt blieben?

Niemand weiß die Antwort. Australien ist unterdessen zum hochentwickelten Land geworden, und Leichhardt ist einer seiner historischen Helden. In Deutschland pflegt ein kleiner naturwissenschaftlicher Verein in der Niederlausitz sein Gedenken, in Australien kennt ihn ein ganzer Kontinent.


10.4.08 20:22
 


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